Allgemein Familienpolitik

Überfördern wir unsere Kinder? Der SONNTAZ-STREIT

“Überfördern wir unsere Kinder?” – so hieß die Frage im SONNTAZ-STREIT, zu der ich gern Stellung bezog:

Ich bin selber dreifacher Familienvater und weiß, wie schnell der Familienkalender vollgeplant, der elterliche Fahrdienst durch viele Verpflichtungen ausgebucht ist. Natürlich macht es uns als Eltern stolz, wenn das Kind etwas Besonderes erlernt. Aber: Muss ein Kind Klavier spielen, mit zwölf Jahren drei Fremdsprachen sprechen, ein Einser-Abi machen und spätestens mit 17 den ersten Einsatz in der Fußball-Bundesliga haben? Wirkliche Begabungen sollten frühzeitig entdeckt und die Kinder individuell gefördert werden. Quantitativ und qualititativ gute Standards in allen Bildungseinrichtungen sind dafür Voraussetzung. Die frühkindliche Bildung muss weiter verbessert werden, damit sich Kinder durch altersgerechtes Spielen und Lernen ihren Begabungen und Stärken entsprechend entwickeln können. Der Staat hat hier eine entscheidene Aufgabe, aber auch Eltern müssen sich viel mehr einbringen und Verantwortung übernehmen.

Nachdem wir in der letzten Woche über diese Frage intensiv diskutiert haben, hat mein Mitarbeiter Andreas übrigens einen eigenen Beitrag eingeschickt, der aber leider nicht abgedruckt wurde. Ich möchte Euch seine Version allerdings nicht vorenthalten:

Die Bedürfnisse von Kindern sind verschieden. Das Problem ist nicht Überförderung, sondern Überforderung und Erwartungen. Es sollte aber um die Bedürfnisse der Kinder gehen. Kinder wollen Lernen! Mit der Bildung ist es wie bei der Ernährung: Hunger haben alle – nur der Appetit ist unterschiedlich. Es kommt nicht nur auf die Menge an, sondern auf die Qualität. Nicht gestillter Hunger schwächt  Kinder ebenso, wie Überfüttern. Einseitige Ernährung ist sogar schlimmer als zu viel oder wenig. Tatsächlich geht es um begabungsgerechte Förderung. Kinder, die frei aus einem Bildungsbuffet wählen können, bedienen sich daran, wie es ihrem Lernhunger entspricht. Nur ein quantitativ und qualitativ gutes Angebot kann dafür sorgen, dass Kinder von Anfang an gut und gerne lernen und ihre individuellen Fähigkeiten und Talente entdecken und entwickeln können ohne den Spaß am Lernen zu verlieren.

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